Europa im Herbst: Amalfiküste

Amalfiküste

Europa im Herbst: Amalfiküste

Die Amalfiküste gehört zur italienischen Region Kampanien und zieht sich entlang der Südküste der Halbinsel Sorrent. Der Tourismus bildet die Haupteinnahmequelle der Halbinsel. Man kann sich also vorstellen, dass hier im Sommer ziemlich viel los ist.

Aufgrund der abwechslungsreichen Landschaft mit Bergen, Tälern und Steilklippen ist Region bei Wanderern sehr beliebt. Sandstrände findet man hier, wegen der Steilküste, kaum. Schlagkräftige Gründe um einen Urlaub auf der Halbinsel Sorrent in den Herbst zu verlegen. Wenn die Sonne nicht mehr ganz so heiß vom Himmel brennt, hat man mehr Energie um die atemberaubenden Wanderwege und die steilen Küstenorte zu erkunden. 

 

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Mit den Göttern nach Positano

Der wohl berühmteste Wanderweg der Amalfiküste ist der Sentiero degli dei, der Weg der Götter. Er schlängelt sich vom Bergstädtchen Bomerano hinab nach Positano und bietet unterwegs eine atemberaubende Aussicht auf das Tyrrhenische Meer und den Golf von Salerno.

Nach etwa vier Stunden Fußmarsch erreicht man die sanft geschwungene Bucht von Positano. Jetzt lohnt sich nicht mehr der Blick Richtung Meer, sondern vielmehr zurück zur Stadt. Dieser Anblick ist einer der berühmtesten der Amalfiküste. Zahlreiche weiße und pastellfarbene Häuser stehen hier stufenartig auf dem steilen Felshang dicht nebeneinander und bieten ein Bild, das seinesgleichen sucht. Es zwingt einen zum Innehalten und man will einen Moment lang einfach nichts tun, als die frische Meeresluft spüren und den Anblick genießen. 

Danach kann man die pittoresken Gassen des kleinen Küstenortes erkunden. Achtung: man sollte schon gut zu Fuß sein, schließlich geht es Bergauf und Bergab, über Gassen und viele Stiegen. Kleine Boutiquen bieten hier die Mode aus Positano an. Aus leichten Baumwoll- und Leinenstoffen werden Kleider, Röcke, Hosen und Blusen in durchbrochenen Mustern und Applikationen handgearbeitet.

 

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Mit der Fähre nach Capri

Positano Mode ist weltweit bekannt. Genauso wie die Caprihose, die Ende der 40er von der deutsche Modedesignerin Sonja de Lennart kreiert und nach der italienischen Insel Capri benannt wurde. Bei guter Sicht kann man von Positano bis zur Insel Capri sehen, auf jeden Fall kann man die Insel von hier aus sehr gut mit der Fähre erreichen. 

Ein Besuch auf Capri ist ein weiteres Highlight eines Neapel- oder Amalfiküsten-Urlaubs. Capri ist eine bezaubernde und malerische Insel aus Kalkstein. Im Laufe der Geschichte war die Insel ein Liebling bei römischen Kaisern und damals wie heute ist sie beliebt bei den Reichen und Berühmten, Künstlern und Schriftstellern.  Wer die Insel betritt, versteht schnell warum. 

Der höchste Punkt der Insel Capri ist der Monte Solara. Der sogenannte Sonnenberg liegt im Westen der Insel und bietet eine wunderschöne Aussicht! Man kann ihn entweder zu Fuß erklimmen, oder vom Piazza Vittoria in Anacapri aus mit dem Sessellift nach oben fahren. Die zweite Option kostet natürlich ein paar Euro, das Erlebnis mit einem Sessellift über die Insel zu schweben, ist es aber auf jeden Fall wert. 

Weitere Highlights auf Capri sind die Villa San Michele und ihr prachtvoller Garten, die Faraglioni-Felsen sowie die Blaue Grotte. Im Sommer steht man am Eingang der Blauen Grotte mitunter stundelang an und deswegen wird sie von vielen Touristenführern schon als überbewertet abgestempelt. Im Herbst hingegen kommt es hier kaum zu Wartezeiten und damit ist sie auf jeden Fall einen Ausflug wert. 

Und wer gerne shoppen geht und das nötige Kleingeld mitbringt, ist in den exklusiven Shopping-Gassen Via Camerelle und Via Vittorio Emanuele richtig. Hier, wo einst schon Prinzessin Soraya, Jackie Kennedy und Brigitte Bardot gern gesehene Kundinnen waren, reihen sich die Modeboutiquen und Luxuslabels aneinander. 

 

Dom von Amalfi

Ein Besuch der Stadt Amalfi sollte bei keinem Urlaub an der Amalfiküste fehlen. Auch hier beeindruckt das Stadtbild durch die Anlage am steilen Hang – wenn auch nicht ganz so sehr wie Positano. Dafür ist der Dom von Amalfi umso atemberaubender. Die farbige Mosaikfassade ist weltberühmt. Wer den Dom auch von Innen sehen will, muss ein paar Euro Eintritt zahlen, bekommt danach aber Zugang zum Gesamtbauwerk bestehend aus dem Paradieskreuzgang, der Kruzifixbasilika mit dem Diözesanmuseum (Museo Diocesano di Amalfi), der Krypta und der eigentlichen Kathedrale. 

Übrigens gibt es an der Amalfiküste noch viele weitere Wanderwege, nicht nur den bereits erwähnten Sentiero degli Dei (Pfad der Götter). Wer gut zu Fuß ist, kann auch die gesamte Amalfiküste – von Salerno ganz im Osten bis nach Sorrent im Westen – erwandern. 

 

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Autofahren an der Amalfiküste

Wovon es hier nicht so viel gibt wie Wanderwege sind Parkplätze. Es ist einfach nicht mehr Platz vorhanden und deswegen stehen die Autos meist dicht gedrängt und in den Parkhäusern muss man meist den Schlüssel für das Auto abgeben, damit die Parkwächter die Fahrzeuge so parken könne, dass jeder Millimeter ausgenutzt wird. 

Auch die Straßen sind so kurvig und eng, dass es einige autofahrende UrlauberInnen überfordert. Die Italiener hingegen fahren, als gäbe es kein Morgen. An der Amalfiküste sieht man auch kaum ein Fahrzeug ohne Schäden – ein paar Kratzer am Heck sind das Minimum. Deswegen wichtiger Tipp: wer sich hier ein Mietauto nimmt, ist gut beraten eine Vollkasko-Versicherung (ohne Selbstbehalt) abzuschließen. 

Glücklicherweise braucht man nicht unbedingt ein Auto um die Region zu erkunden – es gibt zahlreiche Fährverbindungen zwischen den Küstenstädten Sorrent, Positano, Amalfi und Co. und wenn man etwas weiter ins Innere der Halbinsel möchte – etwa nach Ravello – kann man mit öffentlichen Bussen reisen. 

 

Der Blick von oben

Apropos Ravello: diese kleine Ortschaft liegt auf der Spitze eines Vorgebirges und bietet einen unglaublichen Rundblick über die Amalfiküste und den Golf von Salerno. Den Kern des Ortes bildet die von Cafés umgebene Piazza Duomo. In der Mitte der Piazza steht die Kathedrale der Stadt, die San Pantaleone. Auf der anderen Seite der Piazza Duomo markiert ein mittelalterlicher Turm den Eingang zu der Hauptattraktion, wegen der es die meisten Besucher nach Ravello verschlägt: hier steht die Villa Rufolo. 

Der Ausblick, den man von den Gartenterrassen der Villa Rufolo auf die Amalfiküste hat, ist spektakulär und der Garten der Villa lädt zum Verweilen ein. Überhaupt hat der stille, erhabene Charme von Ravello im Laufe der Jahrhunderte schon zahllose Künstler, Schriftsteller und Dichter inspiriert. Gerade im Herbst kann man auch als Urlauber diese Atmosphäre wahrnehmen.  

 

Zum Abschluss wird’s nass

Folgt man nach Positano und Amalfi der Amalfiküste noch weiter Richtung Osten kommt man nach Maiori und Minori. Hier findet man auch angenehme Möglichkeiten zum Baden und die Badesaison an den Stränden dauert hier von Juni bis Anfang Oktober. So kann also selbst ein Herbsturlaub an der Amalfiküste wahrscheinloch noch mit einem Sprung ins Wasser abgeschlossen werden!