ISLAND-RUNDREISE: 13 TAGE, 2 PERSONEN & 1 MIETAUTO NAMENS „JIMMY“

ISLAND-RUNDREISE: 13 TAGE, 2 PERSONEN & 1 MIETAUTO NAMENS „JIMMY“

Teil 1 von Ricardas cooler, abenteuerlichen Island-Entdecker-Rundreise!

 

Im Februar hat unsere Ricarda sich einen lang gehegten Wunsch erfüllt und ist zu einer Island-Entdecker-Rundreise aufgebrochen. Ihre Erfahrungen, die sie in knapp 2 Wochen in Island gesammelt hat, hat sie für uns in einen tollen, ausführlichen Blogpost gepackt! Natürlich gespickt mit jeder Menge Geheimtipps, die ihr in Reiseführern nicht findet. Viel Spaß beim Lesen: 

 

Ihr stimmt mir sicher zu, dass Urlaub die schönste Zeit im Jahr ist und somit auch entspannt von statten gehen sollte. Ich bin ein Fan davon, meine Reisen selbst zu planen und nicht vorgefertigten Reiserouten und Tagesabläufen folgen zu müssen. Natürlich gehören die gröbsten Dinge bereits im Vorfeld organisiert damit man nicht ganz planlos dann am Flughafen steht und nicht weiß wohin.

 

Dass es nicht schadet auch im Urlaub ein wenig aufs „Börserl“ zu achten, denken sicher mehrere – könnte ich mir vorstellen. Daher ist dieser Blogbeitrag vor allem für die spannend, die gern was erleben und entdecken möchten und nicht unbedingt nur in Luxushotels nächtigen müssen um sich wohl zu fühlen 🙂.

 

VORBEREITUNGEN – DAMIT ÜBERHAUPT KLAR IST, WAS ISLAND SO KANN

 

Island also…ist ein Inselstaat Europas und ist mit nur 103.110 Einwohnern das am dünnsten besiedelte Land in Europa, wovon 60% in der Hauptstadt Reykjavík leben (Bevölkerungsdichte: 3,3 Einwohner pro km²!!!). Die Währung sind isländische Kronen (Achtung: alles ist viel teurer als in Österreich). Bargeld zu wechseln ist unnötig, überall wird Bankomat- und Kreditkarte akzeptiert. Das Klima…zugegeben…ist nicht das wärmste – eher kühl und windig, aber keineswegs unangenehm.

 

ANREISE

 

Um nach Island zu kommen, muss man fliegen – keine Fragen, denn es ist ja eine Insel J Um das Ganze etwas günstiger zu gestalten, sind wir zuerst mit dem Flixbus von Wien nach Budapest gefahren (3 Stunden Fahrtzeit), mit dem Taxi zum Airport (die Fahrt kostet ca. € 25.-) und dann mit einem Direktflug von Budapest nach Keflavik (ca. 40 Minuten Entfernung bis nach Reykjavík).

 

JIMMY, UNSER MIETAUTO

 

Wärmstens als Mietauto empfehlen möchte  ich „Jimmy“ – natürlich von uns selbst so getauft – ein Suzuki Jimney – einfach perfekt für 2 Personen und Gepäck für 2 Wochen. Auch wenn wir zuvor einen größeren Land Rover buchen wollten (der dann jedoch nicht mehr verfügbar war), so waren wir super zufrieden mit Jimmy, auch weil man einfach während der Fahrt super leicht nach hinten greifen und Snacks, Kleidung oder die Kamera hervorkramen kann 🙂

 

Die Übernahmestelle von Mietautos (und auch wieder die Rückgabe) ist übrigens direkt am Flughafen – 5 Minuten Gehweg vom Tower. Gebucht haben wir über www.goiceland.com

 

Achtung bei der Auto-Versicherung: hier hatten wir das kurzfristige Problem, dass unsere Kreditkarte einen zu geringen Sicherheitsrahmen hatte für die klassischen Mietverträge und wir somit eine Extra-Versicherung dazu kaufen mussten, damit der Auto-Vermieter eine ausreichende budgetäre Absicherung hatte. Also kleiner Tipp: im Vorhinein abklären, wie hoch der Kreditkartenrahmen sein muss, dann kommt es nicht zu bösen Überraschungen.

 

Apropos Auto und Verkehr: Es gibt eine super Seite, auf der ich wirklich nur empfehlen kann jeden Tag in der Früh die Straßenverhältnisse zu checken. In Island kann sich das Wetter so schnell ändern, es werden Straßen aufgrund von Eisregen, Schnee oder wegen des starken Windes gesperrt. Es gibt dann auch tatsächlich kein Vor oder Zurück mehr. Also immer unbedingt checken: www.road.is

 

UNTERKUNFT – WARUM WIR UNS FÜR AIRBNB ENTSCHIEDEN HABEN

 

Island hat nicht sehr viele Hotels aber für uns stand hauptsächlich der Gedanke bzw. der Wunsch im Vordergrund das Land aus der Sicht der Einheimischenkennen zu lernen. Nicht mit vielen anderen Touristen in Kontakt kommen zu müssen, sich nicht an einer Rezeption anstellen und einchecken lassen zu müssen sondern einfach seine eigenen 4 Wände zu haben wo man auch selber kochen und sein Müsli löffeln kann in der Früh – wann immer man will und das vielleicht sogar gemütlich im Pyjama 🙂

 

Bitte nutzt unbedingt diese süßen airbnb-Cottages:

 

Die Entscheidung über airbnb Unterkünfte zu suchen – teils im Vorfeld noch von Wien aus, aber auch teilweise noch vor Ort für die kommenden Nächte – war das Beste was uns passieren konnte.

 

Wir hatten so viel Glück mit unseren sogenannten Hosts, alles läuft so unkompliziert ab. Du erhältst per Mail den Code zur Schlüsselbox, die meist direkt am Cottage angebracht ist, und bist innerhalb 1 Minute in deinem eigenen Zuhause.

 

Die Häuser sind oft mit so viel Liebe zum Detail ausgestattet – manchmal hatten wir sogar frischen Fisch, selbst gebackenes Brot und für Island typisches Joghurt überraschenderweise geschenkt bekommen.

 

WO BEKOMME ICH – HALBWEGS GÜNSTIGE – LEBENSMITTEL HER FÜR 2 WOCHEN „SELBSTVERSORGER“?

 

Sehr zu empfehlen sind die Billig-Supermarkt-Ketten „Bonus“ und „Kronan“. Beide haben wirklich ALLES was man braucht. „Billig“ ist aber leider in Island nichts. Vorsicht beim Brot: In Island gibt es typisches gesüßtes Brot – normal verpackt wie bei uns beispielsweise die Pumpernikel-Scheiben…das zu erkennen ist für Touristen super schwierig – wir haben es erst nach dem 1. Bissen gemerkt…passte nicht unbedingt zu dem pikanten Käse J Ansonsten fehlt es einem an nichts…viele ähnlich europäische Lebensmittel sind leicht zu finden – vor allem aber frisches Gemüse und Obst sind oft um das Dreifache teurer als in Österreich.

 

Zum Thema (Trink)Wasser: Da Island ja eine Vulkaninsel ist, schmeckt das Wasser aus der Leitung oft schwefelhaltig (sprich nach verfaulten Eiern), was nicht so sehr lecker ist. Wer nicht empfindlich ist, kann es ruhig trinken, es ist auch von Region zu Region unterschiedlich sodass man häufig problemlos aus der Leitung trinken kann.

 

Generell ein Tipp bzgl. Wasser: Schaut, dass ihr immer ausreichend Trinkwasserim Auto habt – wir hatten an einem sehr durchgeplanten Tag das Problem, dem Ende zu kein Wasser mehr zu haben und haben aus der Not versucht Schnee zu schmelzen und zu trinken J (es hat nicht wirklich funktioniert).

 

WAS IST BESONDERS SEHENSWERT IN ISLAND?

 

Für uns war die Rundreise Großteils von den traumhaften Landschaften Islands geprägt. Diese sind so beeindruckend, dass ich es gar nicht wirklich in Worte fassen kann. Alle paar hundert Meter wechselt die Umgebung…von weiten wehenden Wiesen mit Islandpferden oder Schafen zu steilen Klippen & Felsen oder Berghügeln bis hin zu plötzlich schneebedeckten Gegenden die dir das Gefühl geben, als wärest du auf einem anderen Planeten.

 

In den Gegenden der Vulkane finden sich vollkommen unerwartet brodelnde und dampfende (und auch teilweise stinkende) Quellen – der Boden raucht und ist richtig heiß. Nach einer Stunde Fahrt taucht plötzlich ein riesiger See mit tausenden Eisplatten von den schmelzenden Gletschern auf – es ist einfach unbeschreiblich!

 

UNSERE RUNDREISE IM DETAIL MIT IHREN HIGHLIGHTS

 

Wir haben unsere Rundreise im Uhrzeigersinn gestartet – die Westfjorde haben wir zeitlich bedingt ausgelassen – über Akranes hin zur Halbinsel Snæfellsnes mit den bekannten „black beaches“ und der „black church“ Búðakirkja in Búdir. Über den Bergpass nach Grundarfjördur bis hin Richtung Stykkishólmur wo wir in unserm ersten, einsamen Holz-Cottage ohne jegliche Nachbarn genächtigt haben.

 

Voller Motivation haben wir die tiefe Dunkelheit dort genutzt und bis 2 Uhr in der Früh nach Polarlichtern gesucht – ohne Ergebnis natürlich… Hier gleich mein Tipp: sucht nicht danach, wenn sie da sind dann werdet ihr es 100%ig mitbekommen. Es gibt ein hilfreiches Website (http://www.northernlightsiceland.com/northern-lights-forecast/), welche die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter in den kommenden Nächten prophezeit – das war jedoch nicht oft richtig haben wir gemerkt, also einfach überraschen lassen (wann wir überrascht wurden folgt noch weiter unten im Blog 😉).

 

NORDEN

 

Der Norden Islands ist sehr weitläufig und oft sieht man hier stundenlang niemanden. Die Straßenverhältnisse sind dort sehr unterschiedlich (man fährt generell immer auf der sogenannten Ring-Straße die rund um die Insel führt, alternative Wege gibt es nicht um eine Rundreise zu machen). Sogenannte „gravel roads“, also Schotterstraßen mit super vielen Schlaglöchern, sind keine Seltenheit – die Geschwindigkeit MUSS dort dann definitiv angepasst werden (mehr als 40km/h sind dann in den seltensten Fällen möglich). Dementsprechend empfiehlt es sich bei der Planung der Tour sehr großzügig mit dem Zeitmanagement zu sein um von A nach B zu kommen.

 

Mein persönlicher Tipp: Ich empfehle euch keine langfristigen Tagespläne zu machen, da während der Fahrt so viele schöne, unerwartete und eindrucksvolle Dinge zu sehen sind, dass man einfach stehen bleiben muss. Ob Aussichtspunkte oder EisplattenFlüsse oder Wasserfälle – es ist alles so wunderschön dort. Einfach mal spontan in den Hafen hinein fahren um dort zu jausnen während man das endlose Meer im Blick hat – ein Traum sag ich euch.

 

Wenn ihr an einem Wasserfall vorbei kommt der „zugängig“ ist – füllt eure Wasserflaschen auf mit dem kristallklaren Bergwasser – das war eines meiner persönlichen Highlights, auch wenn es eine Kleinigkeit war.

 

Aber zurück zu unserer Rundreise…über Budardalur ging es weiter nach Bordeyri bis zur sogenannten Robbenstadt Hvammstangi, weiter nach Skagaströnd (wieder ein super süßes airbnb *seufz* direkt am black beach und einer sehr außergewöhnlich designten Kirche im Ort) und am nächsten Tag weiter nach Siglufjördur, einer ganz süßen Ortschaft, die „berühmt“ für ihr hohes Heringsaufkommen und ihre bunten Häuser ist und eine kleine Skipiste am Berg hat.

 

Am Weg dorthin waren wir in Hofsós – eine sehr süße kleine Ortschaft mit schwarzen Häusern und einer wirklich pittoresken Strandbucht mit heimischen Fischerbooten und einem sehr bekannten Schwimmbad welches ins Meer eingebettet zu wirken scheint.

 

Das Besondere in Hofsós ist der Strand mit seinen sechseckigen Lava-Felssteinen, auch „Basaltsäulen“ genannt, die vertikal angeordnet, ca. 60 Millionen Jahre alt sind und die meisten ca. 12 Meter hoch sind. (Direkt neben dem alten Schwimmbad geht ein Trampelpfad hinunter zu den Säulen.) Die Basaltsäulen entstehen durch die Abkühlung von heißer Lava und formen erstaunliche Verzierungen in der natürlichen Umwelt – beinahe könnten man glauben, dass menschliche Hände diese Landschaften gestaltet haben, obwohl es sich um ein wunderschönes Natur-Spektakel handelt.

 

Weiter ging es nach Olafsjördur. Siglufjördur und der Ort Olafsfjördur ist übrigens erst seit Oktober 2010 mit einem Tunnel verbunden sodass eine rasche Überfahrt möglich ist (man kann nachwievor auch außen rum um den Fjord fahren, dauert aber, haben wir nicht gemacht). Unser Ziel war Akureyri – die viertgrößte Stadt Islands mit etwas über 18.000 Einwohnern.

 

Etwas außerhalb der Stadt Akureyri haben wir ein super cooles Holz-Cottage gemietet mit Outdoor-Jacuzzi. Bis auf die Tatsache, dass dieses defekt war und wir uns richtig viel geärgert haben (hatten extra 2 Nächte dort nur wegen des Jacuzzis gebucht) war der Aufenthalt wirklich schön und als Base für Tagesausflüge perfekt.

 

Wir hatten überlegt eine Whale Watching Tour zu machen, aufgrund des Zeitpunktes (Februar) haben wir uns aber dagegen entschieden, da die perfekte Saison für Whale Watching von April bis Oktober geht (hier zu empfehlen als Alternative zu Akureyri, die Stadt Husavik).

 

Stattdessen hatten wir eine sehr spannende Erfahrung mit dem Jökulsárgljúfur-Nationalpark welcher sich zwischen der Schlucht bei Ásbyrgiund dem mächtigsten WasserfallEuropas, dem Dettifoss befindet. Allein der Weg nach Ásbyrgi war sehr plötzlich sehr aufregend:

 

Wie das nun mal so ist, ruft die menschliche Natur für gewisse Bedürfnisse 😉 – als wir anhielten um diesen nachzugehen sind wir mal prompt vor lauter Glatteis auf die Schnauze geflogen 😀 – die Straße auf der wir schon minutenlang fuhren war spiegelglatt…und ich meine wirklich spiegelglatt…man hätte drauf Eislaufen können, so viel Eis war auf der Straße… – na klar kam das vom Eisregen in der Nacht und wir haben ein einziges Mal nicht die road.is aufgerufen in der Früh.

 

In Ásbyrgi startet also der Nationalpark (sehr unauffällig mit einem Mini-Museum, welches aber als sogenanntes Gljúfrastofa visitor center sehr empfehlenswert ist.) Wer gerne lange spazieren geht ist hier sehr gut aufgehoben, denn der Nationalpark bietet etliche Wanderrouten und eine atemberaubende Umgebung und Aussicht.

 

Bei unserem Pech war dann auch die Verbindungsstraße zwischen Ásbyrgi und Dettifoss gesperrt und wir mussten den gesamten Weg wieder retour fahren um zu dem wirklich eindrucksvollen Wasserfall Dettifoss (und seinem „Bruder“ Selfoss) zu gelangen.

 

Glück im Unglück hatten wir aber definitiv in dieser Situation, da wir am Weg noch einen Abstecher zu dem berühmten Myvatn Gebiet gemacht haben und die wohl eindrucksvollste Straße entlang fuhren, die man sich nur vorstellen kann.

 

Wie auf einem anderen Planeten fühlte es sich an…als wäre man in einem eisigen, schneebedeckten Himmel über allen anderen…geeiste Seen links und rechts von uns, kein einziges anderes Auto, alles weiss und mit Schnee angezuckert, dieser Anblick war wahrlich atemraubend und unvergesslich und ganz schwierig in Worte zu fassen.

 

Mývatn ist eigentlich ein großer See, der in dem Gebiet des Krafla-Vulkansystems liegt, trotzdem heißt die gesamte Region Mývatn und ist bekannt für ihre vom Vulkan brodelnden Böden und für die dampfend heißen Seen. Plant bitte für die Region Mývatn mit Seen und Vulkanen unbedingt ausreichend Zeit ein, es gibt so viel zu sehen.

 

Am Weg Richtung Osten nach Mývatn kommt direkt nach dem Berg Námafjall ein Gebiet namens Hverir, ein heißes Quellenfeld mit blubbernden Schlammtöpfenund dampfenden Mini-Vulkanen.

 

Gegenüber findet ihr den Vulkan Vítiund mein persönliches Highlight einen sogenannten hot river, in dem es sich wunderbar baden lässt – auch  bei Minustemperaturen im Februar – einfach unglaublich, was die Natur schafft. Sogar eine kleine Dusche steht dort ganz unmotiviert plötzlich in der Landschaft rum. Kann ich unbedingt empfehlen.

 

Zu dem Vulkankrater Víti führt ein ganz kurzer aber steiler Weg hinauf, sodass man dann hinab in den Krater sehen kann. Als wir dort waren, war es so mega windig, dass wir uns richtig gegen den Wind anlehnen konnten 🙂 und der Kratersee war zugefroren 🙂

 

Die Wasserfälle Dettifoss und Selfosshaben wir – nachdem unser Tag ja wegen der Witterungsverhältnisse etwas spontan geplant werden musste – erst bei anbrechender Dunkelheit, dafür im Licht des Vollmondes gesehen, was eine ganz eigene und besondere Atmosphäre bot, auch deswegen, weil wir wieder mal das Glück hatten ganz allein bei diesem eindrucksvollen Naturschauspiel sein zu dürfen. Hier nicht zu unterschätzen: Der Anfahrtsweg von der Bundesstraße bis zum Parkplatz des Wasserfalls und dann noch zusätzlich ein Gehweg von sicherlich 2km.

 

Ein weiterer sehenswerter Wasserfall ist der Goðafoss, der wiederum zwischen Akureyri und Mývatn liegt. Da dieser Wasserfall direkt an der Straße liegt ist es ein sehr stark besuchtes Highlight mit vielen Touristen – wir haben uns keine 5 Minuten dort aufgehalten (also wirklich nur machen wenn man dran vorbei fährt).